Das Glück beginnt zu bröckeln…

Mrz 18, 2015
wordpressadmin

Wie man vom Regen in die Traufe – oder vom einfachen Lampenwechsel zum Decke abspachteln kommt, darüber soll der folgende Beitrag handeln:

Es ist immer schön, wenn man in Einrichtungszeitschriften oder auf Wohnblogs die ansprechendsten, kreativsten Bilder sehen kann. Passend dazu Geschichten, wie schön, einfach, simpel doch das Einrichten oder Selbstgestalten sein kann. (Mein letzter Blogeintrag Die eierlegende Küchen-Wollmilchsau  stieß ja genau in dieses Horn!). Wie schnell sich Dinge ändern können – oder die ungeschönte Wahrheit hinter dem hipsterliken DIY-Projektetum – soll hier einmal geschildert werden.

Nach den Plastikgriffen auf den Küchenkästen (siehe Beitrag Ein kleiner Griff mit großer Wirkung) waren es vor allem die billigen Lampen, deren Tausch von Anfang an ganz groß auf der to-do-Liste stand. Sie hatten wohl schon einige Vormieter gesehen und disqualifizierten sich sofort, da sie wirklich schlechtes Licht gaben. Eine Sünde, wenn man so einen tollen, hohen Raum hat, der durch die passende Ausleuchtung erst so richtig zum Strahlen kommt!

Decke_vorher

Mit dem “magic handyman” war auch schnell der passende Profi für sowohl die Auswahl der passenden Leuchtmittel als auch für das Montieren der ausgewählten LED-Spots gefunden. Die jährliche Ersparnis, die der Umstieg von Glühbirnen auf LED mit sich bringt, kann sich mittlerweile sehen lassen. Wenn man einige Zeit im Internet herumstöbert, dann findet man auch die passenden Leuchtmittel zu einem durchaus erschwinglichen Preis.

Beim Abhängen der alten Lampen kam es dann einmal zum ersten Stoßseufzer (dem im Laufe der nächsten 2 Wochen noch einige folgen sollten!): anscheinend hatte man es die letzten Male beim Streichen immer verabsäumt die Lampen vorher abzuschrauben (!) und hatte einfach rundherum gepinselt! Dadurch war es nun zu unschöner Fleckenbildung gekommen, die man natürlich so auf den ersten Blick – oder bei einer Wohnungsbesichtigung (!) – nicht zu sehen bekommt.

Decke_4

Nachdem die Löcher für die LED-Spots, die in der Decke versenkt werden, gebohrt waren, war klar, dass in den saueren Apfel beißen in diesem Fall hieß: Decke neu streichen! Da es sich nur um ca. 8 m2 Deckenfläche handelte, sollte die Arbeit rasch erledigt sein.

Decke_5

Auch wenn Streichen definitiv nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört, dies war eine Aufgabe, der ich mich durchaus gewachsen fühlte: schnell mal die Ränder um die Bohrlöcher mit Fertigspachtelmasse verspachteln und anschließend die Decke ausmalen. Klingt einfach, war es aber nicht: nach ungefähr vier Rollbewegungen mit der Farbrolle klebte auch schon eine Schicht alter Farbe darauf! Nach einer Schrecksekunde  und einem weiteren Versuch, der wieder ein Stückchen alten Anstrich auf die Rolle beförderte, war klar, dass dies hier kein leichtes Unterfangen werden würde. Als erste Hilfsmaßnahme kaufte ich bei meinem Handwerkershop um die Ecke eine Spachtel und einen Schleifschwamm. Behutsam nahm ich den lockeren Altanstrich rund um die Ränder mit der Spachtel ab, verstrich die Spachtelmasse und schliff nach dem Trocknen die Ränder mit dem Schwamm ab.

Decke_3

Bangen Herzens folgte am darauffolgenden Tag der nächste Streichversuch. Ergebnis: Erneutes Abblättern, diesmal aber an einer anderen Stelle! Es folgte das selbe Prozedere: Altanstrich entfernen, Ränder verspachteln, nach dem Trocknen abschleifen. Mittlerweile hatte sich der feine Staub, der durch das Schleifen entstanden war, bereits in der ganzen Wohnung festgesetzt, Baustellenfeeling pur!

Als ein erneuter Versuch nicht fruchtete, wurde kurzer Prozess gemacht: ein Profi musste her! Ca. 10 Minuten, nachdem ich meine Anfrage auf der Internetplattform für Heimwerker gepostet hatte, trudelten die ersten Angebote ein. Zur Besichtigung am nächsten Tag lud ich zwei Anbieter ein, beide kamen zu dem Schluss, dass die Gipskartonplatten nie grundiert (!) worden waren. Deshalb erfolgte nun, nach dem vierten oder fünften Anstrich, das logische Abblättern. Ich entschied mich spontan für einen der beiden Maler, er versprach, noch am selben Tag mit der Arbeit zu beginnen. Er wollte – auf Profiart- versuchen, die Flecken auszubessern um so dem kompletten Abspachteln der Decke zu entgehen.

Was folgte, war eine Odyssee von einer Woche, die aus zig Besuchen des Malers, Rückschlägen beim Streichen, Baustaub, erneutem Abblättern an neuen Stellen und der endgültigen Erkenntnis, dass wohl nur das komplette Abspachteln der Decke helfen würde, bestand.

Decke_2

Leute, wenn jemand von euch einen verlässlichen Handwerker braucht, dann kann ich meinen Maler nur empfehlen! Er gab nicht auf, bis das gewünschte Ergebnis schließlich und endlich (nach Tiefengrundieren, Sperrgrund auftragen und Streichen) nach über einer Woche erzielt war. Solltet ihr ihn engagieren wollen (Telefonnummer gibt es bei mir!) rate ich nur den Damen unter euch: stellt von vorne herein klar, dass ihr nicht daran interessiert seid, mit ihm Abendessen zu gehen, das erspart euch einige unangenehme Stunden und das beklemmende Gefühl, wenn ihr auf einmal Blumen von ihm geschenkt bekommt!

Decke_7Decke_6

Die niedrigere der beiden Decken war also nun wieder hergestellt. Auf der hohen Decke direkt unter dem Giebel fehlt allerdings noch immer eine brauchbare Lösung: rund um die Spots wurde einmal notdürftig herumgepinselt, aber im Prinzip müsste man die komplette Decke abspachteln bevor wieder gestrichen werden kann. Und hier ist noch nach wie vor ungeklärt, wer eigentlich dafür verantwortlich ist: Ich, weil ich streichen möchte oder der Vermieter, da feststeht, dass von Anfang an schlampig gearbeitet wurde und die fehlende Grundierung die Wurzel allen Übels ist…und da geht es einmal um die Kosten…!

Meine Lernerfahrung nach diesen zwei Wochen:

  • ich kann einen Film wie Hinterholz 8 nun wirklich nachvollziehen
  • meine Nerven können blank liegen wie die fertig abgespachtelte Decke
  • manche Lampen sind aber wirklich so hässlich und geben ein so furchtbares Licht, dass sich der Aufwand trotz allem auf jeden Fall lohnt
  • auch ein “magic handyman” ist nicht maximal belastbar, da muss Frau in Zukunft besser darauf achten!